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Das Haus

Geschichte des herrschaftlichen Anwesens

Sachsen - Anhalt gilt als eines der denkmalreichsten deutschen Bundesländer. Es wird gerühmt als „Schatzkammer des Mittelalters“. Seine Dome und Kathedralen, Burgen und prächtigen Schlossanlagen künden von Macht und Größe einstiger weltlicher und geistlicher Herrscher.

Am Nordrand des Harzes, zwischen sanften Hügelketten und stillen Sandsteinklippen, am Ufer der Bode, liegt die über tausendjährige Stadt Quedlinburg, Residenzstadt des ersten deutschen Königs Heinrich I. Seit 1994 von der UNESCO geschütztes Weltkulturerbe Deutschlands.

Wo einst Könige und Kaiser weilten, erwarb der industrielle Georg Lindenbein Ende des 19. Jahrhunderts eines der wundervollsten Grundstücke, um für sich und seine Familie ein herrschaftliches Anwesen errichten zu lassen. In Angrenzung an die alte Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert mit malerischen Wachtürmen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, ließ Georg Lindenbein im Jahre 1898 auf dem 12.000 qm großen Parkgelände die prächtige Villa im neogotischen Stil erbauen.

Baumeister dieser prächtigen Villa war der Architekt Friedrich Staeding aus Braunschweig, zu damaliger Zeit einer der renommiertesten seines Standes im deutschen Kaiserreich.

Der Baustil zu Zeiten des Historismus greift damit auf die Stile der Kunst aus den vergangenen zwei Jahrtausenden zurück. Der Stil der Neogotik ist bis ins kleinste Detail zu erkennen, was besonders an den Holzarbeiten im Treppenhaus und an der Holzdecke im großen Salon deutlich wird.

In Anlehnung an die Blütezeit der im idealisierten Mittelalterbild entstandenen Formensprache der Neogotik, wurde das Haus mit feudalsten Stuckarbeiten, imposanten Fresken und sakralen Elementen wie Malereien in Bleiverglasungen und eindrucksvollen Kreuzgewölben ausgestattet.

In Anknüpfung des bereits durch den Historismus zum „Gesamtkunstwerk“ erhobenen Ensembles, verleihen die Elemente des Jugendstils Ausdruck in der Funktion, der Erscheinung der Dinge. So beispielsweise sind die Fassaden nicht symmetrisch und von axialen Aufteilungen bestimmt, sondern einer aus dem Grundriss entwickelten Raumvorstellung gefolgt.

Die Innenausstattung ist gekennzeichnet durch dekorativ geschwungene Linien sowie flächenhaft floralen Ornamente. In zeitgenössischen Fotos überliefert ist die späthistorische, überladene Wohnungseinrichtung des industriellen Lindenbein, eine seit dem Historismus beliebte Vielfalt historischer und fremdländischer Möbelstile.

Georg Lindenbein verwirklichte in diesem prächtigen Bau zahlreiche technische Neuerungen, deren Realisierung von finanziellen, organisatorischen und persönlichen Faktoren abhängig war. Die wichtigsten technischen Neuerungen waren eine Schwerkraftzentralheizung und die 2–Phasen Elektrifizierung. Selbst einen eigenen Stromgenerator gab es, noch vor den Stadtwerken Quedlinburg. Das elektrische Licht hatte sich endgültig nach dem I. Weltkrieg gegen die Gasbeleuchtung durchgesetzt. Zahlreiche Bäder mit fließend Warm- und Kaltwasser wurden eingerichtet und mit eigens dafür gefertigten 3D Fliesen ausgestattet. WC's waren zu damaliger Zeit schon selbstverständlich. Weiterhin gab es Speiseaufzüge und „Sprachrohre zwischen den wichtigsten Räumen“ (zwischen Küche- und Speisezimmer, Schlaf- und Dienstbotenzimmer, Zimmer des Herren und Dienerzimmer). Schon bald wurde das Haus mit Telefon ausgestattet. Georg Lindenbein war einer der ersten in Quedlinburg, der diese neue Erfindung für viel Geld installieren ließ.

Die gesamte haustechnische Ausstattung des Schlosses war seiner Zeit voraus.

Der Bau des Herrschaftshauses wurde 1904 vollendet und spiegelte den damaligen Reichtum der Familie wieder. Im wirtschaftlichen Wohlstand zu Zeiten der industriellen Revolution wurde viel Wert auf Repräsentation gelegt, dementsprechend fanden glanzvolle Empfänge und Feste in der Villa statt.

Die Familie Lindenbein besaß das Anwesen seit 1898, sie hielten den Besitz bis 1941. Nach der Flucht der Familie Lindenbein wurde das Herrenhaus 1945 von der Sowjetischen Kommandantur besetzt. Die beiden Weltkriege überstand die Villa ohne großen materiellen Schaden.

Ab 1965 tätigte dann die Weberei Kaiser & Co. mit 70 Mitarbeitern von hier aus ihre Geschäfte. Jede Etage der Villa wurde genutzt und mit schweren Maschinen und Anlagen ausgerüstet. Um die Maschinen in das Gebäude zu bringen, wurden ganze Balkone demontiert und Teile der Außenfassaden dabei erheblich zerstört. Auch die Innenräume erlitten großen Schaden, so wurden Wandmalereien zerstört, Holzdecken und -böden beschädigt und Stuckarbeiten verwüstet.

Einige Jahre später wurde die Villa dann schließlich zum "Haus des Handwerks" ernannt. Doch auch diese Epoche weilte nicht lange, denn schon 10 Jahre später wurde das Gebäude zum "Haus der Deutsch- Sowjetischen Freundschaft". Während dieser Zeit wurden nur Erhaltungsmaßnahmen im geringen Umfang vorgenommen, eine Renovierung und Restaurierung wurde nicht in Betracht gezogen.

Von 1989 bis 1995 stand das Herrenhaus dann leer, und damit begann ein erneuter dramatischer Niedergang. Neben Einbrüchen und Plünderungen war das Haus blinder Zerstörungswut ausgeliefert. So fielen dem Vandalismus große Teile der neogotischen Baukunst zum Opfer und das gesamte Ensemble wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Noch heute sind Gegenstände des Hauses, wie original Bleifenster, Türklinken, Fliesen, Teilschnitzereien und andere Elemente, durchaus im etablierten Antiquitätenhandel zu finden und können so an ihren Ursprungs-Ort zurückgeführt werden.

Im Jahre 1995 begann der Wiederaufbau durch die Familie Wobst. Bei der liebevollen Sanierung, Renovierung und vor allem bei der Restaurierung des Hauses wurde viel Wert auf die Erhaltung der vorhandenen, wenn auch zum Teil stark beschädigten Elemente gelegt. So mussten etliche Fragmente durch Manufaktur im Original reproduziert und ersetzt werden. Zahlreiche kleine Handwerksbetriebe, die diese Kunst des Herstellens noch beherrschten mussten ausfindig gemacht werden.

Das Vorhaben brauchte Zeit und Fingerspitzengefühl und nahm für die gesamte Restauration 6 Jahre Anspruch.

Jetzt hat das denkmalgeschützte Haus wieder den Charme der Jahrhundert-wende, ist jedoch mit modernster Technik von Heute ausgestattet. Und als jetzige Eigentümer ist Familie Wobst zu Recht Stolz, zur Erhaltung eines bemerkenswerten kulturhistorischen Bausteins in Quedlinburg beigetragen zu haben.

Das Schloss ist umgeben von einem 12.000 qm großen denkmalgeschütztem Parkgelände. Die Parkanlage war über die Zeiten langsam verwildert. Im Rahmen der Restaurationsarbeiten wurde auch die Parkanlage in ihrer alten Wegeführung wiederhergestellt. Die Anlage wird durch fremdländische Gehölze, wie zum Beispiel dem größten Ginkobaum der Region sowie einem Ensemble von 100 jährigen Schwarzkiefern und Spitzeichen besonders geprägt. Ziel ist es, den Park schrittweise wieder zu rekonstruieren und so einen Teil der typologischen Vielfalt des Kulturgutes Garten darzustellen.

Den Park als etwas Faszinierendes, als etwas, das Leib und Seele Nahrung gibt, zu erleben, ist eine uralte Erfahrung des Menschen. Parks haben etwas „Heiles“ und etwas „Heilendes“ an sich.

Die teilweise über 100 Jahre alten Gehölze verleihen dem Park einen kraftvollen Ausdruck. Und in die Stille scheint Musik aus dem Rauschen der Blätter zu dringen, untermalt von klangvollem Vogelgezwitscher.

Lassen Sie sich verzaubern!
Hier können Sie die Stille hören!


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